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  • Yvonne Mayanna

Krise als Chance

Der Trend zu einer digitalen Strategie und stetig steigenden Online-Einkäufen war schon lange vor dem Corona-Lockdown im Frühjahr und dem derzeitigen Soft-Lockdown zu verzeichnen. „Handel im Wandel“ ist nichts Neues. Zahlreiche Bücher, Artikel und Studien sind zu diesem Thema bereits erschienen. Die Krise muss sicherlich auch als Beschleuniger dieses Trends gesehen werden und als Weckruf, sich neue Absatzwege zu erschließen und das eigene Betriebs- und Vertriebsmodell neu zu überdenken.

Und so ließen viele Händler während der Krise Kreativität und Einfallsreichtum erkennen. Neue Produkte wurden über Instagram oder WhatsApp angeboten, Einkaufs-, Spiele- Lese-Tipps über Social-Media-Kanäle verbreitet. Bestellungen wurden über Telefon, Fax, oder andere digitale Plattformen angenommen und die Ware teilweise sogar selbst an die Kunden ausgeliefert. Damit konnte der stationäre Einzelhandel kommunizieren und verkaufen und so zumindest einen Teil seines Kundenstamms halten und an sich binden. Und natürlich setzen viele jetzt auch auf eine Omni-Channel-Strategie und verknüpfen Online und stationär miteinander.

Dennoch, nicht nur der Handel befindet sich im Wandel. Vieles hat sich in den letzten Monaten verändert. Auch das Konsumverhalten und die Verbraucherstimmung. Fragen wie „Brauche ich das wirklich, oder geht es auch ohne?“ sind an der Tagesordnung. Und ja, oft geht es auch ohne. Denn selbst wenn es eine gewisse Bequemlichkeit bietet, zuhause vom Sofa aus zu bestellen, vielen fehlt das typische Einkaufserlebnis, das ganze „Drumherum“. Oder aber zu erkennen, dass man im Kreise der Familie gemeinsam tolle Spieleabende verbringen kann, statt „um die Häuser zu ziehen“.

Wir befinden uns in einem steten Wechselbad der Gefühle. Der Blick auf das Leben und unser Umfeld hat sich verändert. Die Pandemie entpuppt sich als Stress- und Härtetest und gleichzeitig auch als Entschleuniger und Sensibilisierungsmotor.

Jeder von uns wünscht sich ein Stück „alte“ Normalität und Unbeschwertheit zurück. Ob und was wir aus dieser Zeit lernen, und wie wir aus dieser Krise herausgehen werden, bleibt letztendlich jedem selbst überlassen.

Denn wie schon Johann Wolfgang von Goethe sagte:

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.